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Bikefitting-Fotos aufnehmen, die präzise messen

Jeder Winkel in einem fotobasierten Bikefitting ist nur so gut wie das Foto. Eine Kamera, die leicht vor dir steht, verkippt ist oder vom Boden aus fotografiert, verfälscht alle Zahlen auf einmal. Hier ist das exakte Setup — es dauert fünf Minuten und braucht nicht mehr als ein Smartphone und idealerweise einen Indoor-Trainer.

Von Maxence Poutord·Zuletzt aktualisiert

Das Setup

Stell dein Rad auf einen Indoor-Trainer auf ebenem Boden, mit mehreren Metern Platz zur Seite. Prüfe, ob das Rad waagerecht steht — hebt der Trainer die Hinterachse an, leg eine passende Erhöhung unter das Vorderrad. Ein gekipptes Rad dreht jeden Winkel im Foto um denselben Betrag, und keine Software kann das im Nachhinein korrigieren.

Kein Trainer? Lehn dich an eine Wand, während jemand das Rad senkrecht hält, oder fahre langsam an einer fest positionierten Kamera vorbei — ein Trainer ist aber deutlich reproduzierbarer.

Kameraposition: exakt seitlich, auf Hüfthöhe

Positioniere die Kamera direkt seitlich von dir, im 90°-Winkel zum Rad, auf deine Hüfte gerichtet. Die Höhe zählt genauso wie der Winkel: Das Objektiv sollte etwa auf Hüft- oder Oberrohrhöhe sitzen, nicht am Boden nach oben gerichtet — eine tiefe Kamera verkürzt die Beine perspektivisch und verzerrt den Kniewinkel.

Stell die Kamera so weit weg, dass Rad und Fahrer mit Rand auf allen Seiten ins Bild passen. Mehr Abstand reduziert die perspektivische Verzerrung; nutze lieber den Zoom, statt näher heranzugehen. Richte dich an der Hüfte aus: Wenn du beide Schultern oder beide Hüften klar getrennt siehst, stehst du nicht wirklich seitlich.

Kurbelstellung: 6 Uhr und 3 Uhr

Fitting-Winkel werden bei bestimmten Kurbelstellungen abgelesen — pedaliere also in Position, halte sie und fotografiere. Du brauchst zwei Fotos: eines mit der kameraseitigen Kurbel in der 6-Uhr-Position (Pedal ganz unten — für Kniebeugung, Hüft-, Oberkörper-, Ellbogen- und Schulterwinkel) und eines in der 3-Uhr-Stellung (vorn und waagerecht — für KOPS).

Halte in beiden Fotos deine normale Fahrhaltung: Hände dort, wo du tatsächlich fährst (Hoods oder TT-Extensions), Fuß in seiner üblichen Tretstellung, Blick nach vorn — nicht nach unten aufs Pedal.

Kleidung und Licht

Trag eng anliegende Kleidung: Die Posenerkennung findet Hüfte, Knie und Knöchel durch Lycra hindurch, aber weite Shorts oder eine flatternde Jacke verdecken die Gelenke und verschieben jede Landmarke. Dunkle Kleidung vor einem hellen, aufgeräumten Hintergrund liefert die sauberste Erkennung.

Leuchte die Szene gleichmäßig aus — Tageslicht oder Raumbeleuchtung reichen. Fotografiere nicht gegen ein helles Fenster hinter dir (Silhouetten verlieren die Gelenke) und vermeide hartes, einseitiges Licht, das die halbe Körperseite im Schatten versinken lässt.

Die Fehler, die alles verfälschen

Wenn ein Messwert falsch aussieht, ist das Foto der erste Verdächtige. Das sind die Fehler, die die Winkel am stärksten verschieben:

  • Kamera nicht im rechten Winkel — Aufnahmen leicht von vorn oder hinten stauchen die Gliedmaßen; schon wenige Grad Achsversatz verändern die Winkel.
  • Kamera zu tief — Aufnahmen vom Boden nach oben verzerren Knie- und Hüftwinkel.
  • Verkippter Bildausschnitt — der Horizont im Foto muss waagerecht sein; ab etwa 4° Verkippung sind Oberkörper-Werte wertlos.
  • Falsche Kurbelstellung — eine Kniebeugung, die nicht exakt in der 6-Uhr-Position abgelesen wird, erscheint zu gebeugt.
  • Angeschnittener Fahrer — ein abgeschnittener Fuß oder Kopf bedeutet fehlende Landmarken; halte Fahrer und Rad komplett im Bild.
  • Weite Kleidung, die Hüfte oder Knie verdeckt.

Warum Aufnahmequalität erzwungen statt korrigiert wird

Ein einzelnes 2D-Foto enthält keine Information darüber, wie die Kamera ausgerichtet war — ein Verkippungs- oder Achsfehler lässt sich nachträglich nicht korrigieren, nur erkennen und ablehnen. Pedalyze prüft jeden Upload auf Verkippung, Achsversatz und Anschnitt und meldet ein Foto als unbrauchbar, statt aus einer schlechten Aufnahme selbstbewusst wirkende Zahlen zu liefern. Wird dein Foto abgelehnt, schützt das deine Messwerte — Pedalyze ist nicht pingelig.

Häufig gestellte Fragen

Hoch- oder Querformat?
Beides funktioniert — entscheidend ist, dass Rad und Fahrer komplett mit Rand ins Bild passen und die Kamera gerade steht. Im Querformat ist es meist einfacher, Abstand zu halten und alles ins Bild zu bekommen.
Kann ich die Fotos allein aufnehmen, ohne Hilfe?
Ja: Stell das Smartphone auf ein Stativ oder Regal auf Hüfthöhe, nutze den Selbstauslöser oder einen Intervallmodus und pedaliere in Position. Mach mehrere Aufnahmen und behalte die, bei denen die Kurbelstellung exakt stimmt.
Welche Seite des Rads soll ich fotografieren?
Beide Seiten funktionieren; auf der Antriebsseite liegt das Kettenblatt nahe der Kurbel, aber die Erkennung kommt mit beidem klar. Wenn du Fittings über die Zeit vergleichst, fotografiere immer dieselbe Seite — so tarnen sich die kleinen Links-rechts-Asymmetrien, die jeder Fahrer hat, nicht als Fitting-Änderungen.
Sind Fotos besser als das Messen mit App und Goniometer?
Ein gutes Foto, per Posenerkennung vermessen, ist reproduzierbarer als ein Goniometer, das man an den Fahrer hält — und es erfasst alle Winkel auf einmal. Der Preis dafür: Das Foto selbst wird zum Messinstrument. Genau deshalb zählt das Setup auf dieser Seite.

Verwandte Guides

Passende Tools

  • Sattelhöhen-Rechner Sattelhöhe aus der Schrittlänge nach der LeMond-Methode schätzen, gemessen von der Tretlagermitte bis zur Sattelspitze.
  • Rahmengrößen-Rechner Rahmengröße aus Körpergröße und Schrittlänge ermitteln, für Renn-, Gravel-, Mountain- und Hybridräder, mit Größentabelle für jeden Typ.

Pedalyze misst jeden Winkel auf dieser Seite anhand von zwei Fotos von dir auf deinem Rad, aufgenommen von der Seite — und sagt dir, was du verstellen musst. Die erste Analyse ist kostenlos.

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