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Zeitfahr- und Triathlon-Fitting: die Aeroposition in Zahlen

Ein TT-Fitting ist kein Rennrad-Fitting mit Aufsatzlenker. Der gesamte Fahrer rotiert um das Tretlager nach vorn: Der Sattel wandert nach vorn und oft nach oben, der Oberkörper legt sich flach, und die Arme tragen das Gewicht auf den Pads. Die Zielwinkel ändern sich entsprechend — bis auf einen.

Von Maxence Poutord·Zuletzt aktualisiert

Was sich gegenüber dem Rennrad-Fitting ändert

Die Rotation nach vorn erhält die Beziehung zwischen Hüfte und Pedal (und damit deine Leistung), während der Oberkörper Richtung Horizontale sinkt. Deshalb definieren steile Sitzwinkel und weit vorn stehende Sättel Zeitfahrräder: Sie lassen dich flach werden, ohne die Hüfte zuzuklappen.

Die eine Zahl, die sich nicht ändert, ist die Kniebeugung am unteren Totpunkt — 25–35° in beiden Disziplinen. Die Sattelhöhe relativ zu den Pedalen folgt überall derselben Regel.

WinkelZiel RennradZiel TTToleriert (TT)
Kniebeugung (6-Uhr-Position)25–35°25–35°20–40°
Hüftwinkel45–75°35–55°28–65°
Oberkörperwinkel40–55°10–25°5–35°
Ellbogenwinkel150–165°85–105°75–120°
KOPS-Versatz (3-Uhr-Stellung)−5 bis +5 mm−2 bis +12 mm−8 bis +20 mm

Oberkörperwinkel: flach, aber haltbar

Im Oberkörper steckt die TT-Aerodynamik: 10–25° zur Horizontalen sind das Ziel, gegenüber 40–55° auf dem Rennrad. Jedes Grad flacher spart Luftwiderstand — aber nur, wenn du die Position halten kannst. Eine Position, die du nach 20 Minuten aufgibst oder die dir Atmung und Leistung abschnürt, ist langsamer als eine etwas höhere, in der du ein Rennen durchfahren kannst.

Geh schrittweise tiefer: Senke die Padhöhe über mehrere Trainingseinheiten in kleinen Schritten ab und stelle sicher, dass du die Aeroposition über deine gesamte Renndistanz halten kannst, bevor du weiter absenkst.

Hüftwinkel: der limitierende Faktor

Der Hüftwinkel entscheidet meist darüber, wie tief du gehen kannst. TT-Ziele liegen bei 35–55° — bewusst geschlossener als auf dem Rennrad. Unter etwa 28° verlieren die meisten Fahrer spürbar Leistung und Atemraum; das ist das Signal, die Front nicht weiter abzusenken, sondern den Sattel nach vorn zu schieben (oder steiler zu stellen), um die Hüfte bei gleichem Oberkörperwinkel wieder zu öffnen.

Ellbogen und Pads: die 90°-Regel

Auf den Extensions sollte der Ellbogen nahe am rechten Winkel stehen — 85–105°. So steht der Unterarm unter der Schulter, und das Skelett, nicht die Muskulatur, trägt deinen Oberkörper. Ellbogen enger als ~75° behindern Atmung und Schulterbewegung; Ellbogen über ~120° bedeuten, dass die Pads zu weit weg sind — du verlierst genau den Aerovorteil, für den es die Extensions gibt.

Die Unterarme sollten ungefähr waagerecht liegen oder zu den Händen leicht ansteigen ('Praying Mantis'), niemals nach unten zeigen.

Sattelposition: vorn ist normal

Ein KOPS-Versatz von −2 bis +12 mm — Knie über oder vor der Pedalachse — ist in einer TT-Position zu erwarten; die ±5-mm-Regel vom Rennrad gilt hier nicht. Fährst du unter UCI-Reglement, beachte die Vorschrift, dass die Sattelspitze mindestens 5 cm hinter dem Tretlager liegen muss — das begrenzt, wie steil du gehen kannst (im Triathlon gibt es keine solche Grenze).

Denk daran, dass ein nach vorn geschobener Sattel effektiv niedriger wird — prüfe nach jeder horizontalen Änderung die Kniebeugung neu.

Häufig gestellte Fragen

Bekomme ich mit Aufsatzlenker (Clip-ons) am Rennrad eine brauchbare TT-Position hin?
Teilweise. Clip-ons lösen die Armauflage, aber der Rennrad-Sitzwinkel hält dich weit hinten — legst du den Oberkörper flach, schließt sich die Hüfte unter ihren nutzbaren Bereich. Eine Sattelstütze mit Vorwärtsversatz oder ein nach vorn geschobener Sattel holt das meiste davon zurück — akzeptiere dann einen Oberkörperwinkel am oberen Ende des TT-Bereichs.
Warum verliere ich in der Aeroposition Leistung?
Meist ist der Hüftwinkel zu geschlossen: Der Oberkörper ging nach unten, aber der Sattel ist nie nach vorn oder oben gefolgt. Ein gewisser Verlust gegenüber deiner Rennrad-Position ist normal (ein paar Prozent); die Aeroersparnis überwiegt ihn bei Renngeschwindigkeiten über etwa 30 km/h in der Regel.
Sind die Zielbereiche für Triathlon anders als für ein reines Zeitfahren?
Die Geometrieziele sind dieselben; unterschiedlich ist, wo man sich innerhalb der Bereiche einordnet. Langdistanz-Triathleten sitzen typischerweise am offeneren, komfortableren Ende der Hüft- und Oberkörperbereiche, um den Lauf zu schonen; Kurzdistanz-Zeitfahrer reizen das aggressive Ende aus.
Messe ich meine TT-Position am Basislenker oder auf den Extensions?
Auf den Extensions, in deiner tatsächlichen Rennhaltung — das ist die Position, die die TT-Bereiche beschreiben. Ein Foto am Basislenker zeigt dir eine Kletter- bzw. Handling-Haltung, nicht dein Aero-Fitting.

Verwandte Guides

Passende Tools

  • Sattelversatz-Rechner Sieh, wie weit dein Sattel hinter dem Tretlager sitzt, und vergleiche das mit dem Bereich, den Renn- und Zeitfahrer nutzen.
  • Vorbaulängen-Rechner Vergleiche zwei Vorbau-Aufbauten und sieh, wie viel Reach und Höhe Länge, Winkel und Spacer bringen oder kosten.

Pedalyze misst jeden Winkel auf dieser Seite anhand von zwei Fotos von dir auf deinem Rad, aufgenommen von der Seite — und sagt dir, was du verstellen musst. Die erste Analyse ist kostenlos.

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